Parasiten und ihre Rolle bei Infektionskrankheiten

Parasiten und ihre Rolle bei Infektionskrankheiten

Parasiten leben auf oder in einem Wirt und können verschiedene Krankheiten verursachen.

 

Parasiten
Unter Parasiten versteht man Organismen, die ganz oder teilweise auf Kosten eines Wirts leben. Im deutschsprachigen Raum bezeichnet der Begriff vor allem tierische Schmarotzer wie Protozoen (Einzeller), Würmer (Helminthen) und Gliederfüßer (Arthropoden).

Diese Parasiten können zahlreiche Infektionskrankheiten auslösen, darunter Malaria, Schlafkrankheit, Leishmaniose, Bilharziose, Toxoplasmose oder Chagas-Krankheit.

Man unterscheidet:

  • Obligate Parasiten: Leben dauerhaft parasitisch.
  • Fakultative Parasiten: Leben nur unter bestimmten Bedingungen parasitisch.
  • Stationäre Parasiten: Verbleiben ständig beim Wirt.
  • Temporäre Parasiten: Leben nur zeitweise auf oder im Wirt.

Parasiten können als Ektoparasiten auf der Körperoberfläche oder als Endoparasiten im Inneren des Wirts leben. Für manche ist ein Wirtswechsel notwendig, wobei zwischen Zwischenwirt, Endwirt und Transportwirt unterschieden wird.

In tropischen und subtropischen Regionen treten Parasiten besonders häufig auf, begünstigt durch Armut und mangelnde Hygiene.

 

Protozoen
Protozoen sind einzellige Eukaryoten, die strukturell Ähnlichkeiten mit tierischen Zellen aufweisen, z. B. durch Zellorganellen wie Mitochondrien oder Geißeln. Ihre DNA ist in einem Zellkern gespeichert, was sie von Prokaryoten unterscheidet.

Sie passen sich flexibel an verschiedene Umweltbedingungen an und vermehren sich durch Teilung oder Bildung von Gameten. Einige bilden widerstandsfähige Zysten zur Übertragung, andere benötigen einen Zwischenwirt, meist ein Insekt.

Protozoen werden unterteilt in:

  • Flagellaten (Geißeltierchen) – z. B. Trichomonas vaginalis, Trypanosoma (Schlafkrankheit)
  • Rhizopoden (Wurzelfüßler) – z. B. Entamoeba histolytica (Amöbenruhr)
  • Sporozoen (Sporentierchen) – z. B. Plasmodium (Malaria), Toxoplasma gondii
  • Ziliaten (Wimperntierchen) – z. B. Balantidium coli (Balantidienruhr)

 

Helminthen (Würmer)
Helminthen sind vielzellige Parasiten mit komplexen Organsystemen. Ihr Lebenszyklus umfasst meist Zwischenwirte, wobei sich die Vermehrung meist außerhalb des menschlichen Körpers vollzieht.

Die Erkrankungssymptome hängen stark von der Menge der aufgenommenen Würmer ab. Geringer Befall kann unbemerkt bleiben.

Man unterscheidet zwei Hauptstämme:

  • Plattwürmer (Phylum Plathelminthes)
  • Fadenwürmer (Phylum Nematoda)

 

Arthropoden (Gliederfüßer)
Viele parasitische Arthropoden leben dauerhaft oder zeitweise auf einem Wirt. Sie haben eine große medizinische Bedeutung als:

  • Lästlinge (z. B. durch Juckreiz oder Hautreaktionen)
  • Erreger von Hautkrankheiten
  • Vektoren für Viren, Bakterien, Protozoen und Helminthen

Wichtige Beispiele sind:

  • Zecken – z. B. Übertragung von FSME und Borreliose
  • Milben – z. B. Erreger der Krätze (Scabies)
  • Mücken – z. B. Anopheles-Mücke als Malaria-Überträger
  • Läuse und Flöhe – z. B. Lästlinge und Krankheitsüberträger